Diagnose Zöliakie erhalten – und jetzt?


Auch wenn es im Moment so scheint – davon geht die Welt nicht unter! Nur Mut, was andere geschafft haben schaffen auch Sie!

Ernährungsberatung

Ein Termin bei einer ErnährungsberaterIn ist seine Zeit mehr als wert. Sie ist im Besitz hilfreicher Adressen und Informationen.

Schritt 1: Ausmisten

Alles in der Küche muss durchgesehen werden! Am besten man lädt sich dazu eine Freundin ein, lässt den Mann die Kinder in den Zoo entführen oder macht sich zumindest eine heisse Tasse Kaffee zum starten. Ein Mann? Okey, wie wär’s mit einem glutenfreien Bier, die Aussicht auf ein tolles Fussballspiel und gute Gemeinschaft?

  • sämtliche Lebensmittel Schrank für Schrank durchmisten. Jede Dose, jede Packung sorgfältig durchlesen!!!!!!!
  • Achtung bei Würzmischungen und Bouillonwürfel! Aromat vetragen die meisten nicht, vorläufig eher weglassen
  • Bier und Sojasaucen sind glutenhaltig
  • normales Mehl entsorgen. Bestimmt gibt es eine Nachbarin, die gerne die Packungen entgegen nimmt.
  • Saucenpackungen, Bratensauce, Suppen und ähnliches muss weg, ausser sie sind als glutenfrei deklariert.
  • sämtliche angebrochenen Marmeladen, Honigtöpfe, Nutella, Senf- oder Mayonaisegläser, Frischkäsebehälter, Margarine und anderem müssen entsorgt oder beschriftet und für das Familienmitglied mit Zöliakie extra angeschafft werden.
  • bei der Gelegenheit kann man auch das Datum von Büchsen, Teebeutel, Gewürzen überprüfen und abgelaufenes entsorgen
  • Tiefkühler durchmisten: Pizzas, Gnocchis, Kuchen und ähnliches muss weg, oder krümelsicher verpackt und als glutenhaltig bechriftet werden. Achtung bei Fleisch: je nach Marinade enthält sie Malz oder Gluten. Nicht vergessen, die Teigreste von letzter Weihnachten, Blätterteigreste und anderes, das zumindest in meinem Tiefkühler, häufig unbeschriftet umherschwirrt nach dem Motto: nich nötig, ich weiss genau das dies der Brunsliteig ist…

Im Idealfall steht nun alles auf dem Küchentisch. Lebt man alleine richtet man sich die Küche glutenfrei her, nur Lebensmittel dürfen bleiben die garantiert glutenfrei sind.

In einer Familie ist das schwieriger, denn glutenfrei heisst auch teurer. Ich habe unsere Küche so eingerichtet, dass glutenhaltige Snacks, Teigwaren und Frühstückszeug alles extra steht. Alles ,was ich für uns als ganze Familie zubereite (Sauce, Omeletten ect) wird glutenfrei hergestellt. Anderes wie selbstgemachte Lasagne, Spaghetti bereite ich zweispurig. So befindet sich bei uns nur sehr selten normales Mehl und die einzige Fertigsuppe ist die Mehlsuppe. Die mag nämlich ausser mir nur unsere zweite Tochter, das gibt es, wenn wir mal zu zweit sind. Das ist vor allem dann wichtig, wenn jemand „Ortsfremder“ sich in der Küche zurecht finden muss und vielleicht nicht ganz so vertraut ist mit der Diät.

Je kleiner die Küche, desto kniffliger diese Aufgabe. Ein kleiner Tip gratis: die glutenfreien Spaghetti nicht aus der Packung nehmen und in einem extra Tupperwaregefäss aufbewahren. Dann weiss man nicht mehr, wie lange man die Dinger kochen muss…

es eignen sich Körbe, Dosen, beschriftete Schubladen Fächer und Schränke zu diesem System.

Unterwegs zu einer glutenfreien Küche, oder zumindest gut sortierter Küche könnte man gleich die Spinnweben an der Decke entsorgen, den Tiefkühler abtauen, die tote Maus aus der Ecke der Katze vorsetzen, Fächer auswaschen, die welken Karrotten in den Kompost schmeissen und die Kaffeemaschine entkalken.

Schritt 2: Einkaufen

Toll nicht? Ich dachte aber nicht an Schuhe und ähnlichem, sondern an einen Ersatz für all das was nun im besten Fall die Nachbarn aufessen, im schlimmsten der Mülleimer schlucken musste.

  • dazu muss man alles lesen, was auf den Packungen steht. Eine Gewohnheit die man sich schnell angewöhnt und nie mehr los wird.

Doch was muss ich alles einkaufen? Am besten wenig! Vieles schmeckt seltsam mit dem glutenfreien Getreide, und einiges ist mehr wie gewohnheitsbedürftig. Deshalb, bevor man ganz viel Geld zum Fenster hinauswirft einfach mal wenig. Ohne irgendjemanden auf die Füsse treten zu wollen hier meine Vorschläge:

  • Maizena, zum binden von Saucen. Für Küchenchefs: die kleinstmenge an glutenfreiem Mehl kaufen um Saucen wie gewohnt zu binden
  • Teigwaren. Die meisten enthalten viel Reismehl, sie kleben stärker und müssen genau nach Anweisung gekocht werden
  • Brotersatz, sei es Cräckers, Mais-oder Reiswaffeln, oder glutenfreies Brot. Brot wird tiefgefroren oder zum Aufbacken angeboten. Laut meiner Ältesten SEHR gewöhnungsbedürftig. Sie mag lieber Pellkartoffeln (Gschwellti) zu Wurst und Käse während wir gerne Brot essen.
  • glutenfreie Gewürzmischungen, Bratensauce ect

Je grösser der Laden, je eher hat er eine gute Auswahl an glutenfreien Lebensmittel. Auch Apotheke und Drogerien führen ein gutes Sortiment.

http://www.coop.ch/pb/site/common/node/9121/Lde/index.html

http://www.migros.ch/de/supermarkt/aha-allergien-unvertraeglichkeiten/sortiment.html?gclid=CO6hj9zB4LECFYKHDgod-GgACg

kochen…

äh, und was wenn man nicht kochen kann? Auswärts essen erschwert und teuer, Fertiges kaum erhältlich – Fazit: ausprobieren. Im Netz gibt es ganz tolle Ideen, mit vielen Fotos leicht gemacht. Also, nur Mut, das geht schon!

Für all jene die kochen können. Einfach mal ausprobieren. Mit dem backen vielleicht noch ein bisschen warten, bis die Diät vertrauter wurde. Ansonsten sind Reis- und Kartoffelgerichte von Natur aus glutenfrei.

Es werden immer wieder mal Kochkurse angeboten. Einfach sich im Netz schlau machen, anmelden und los geht der Spass!

Seien sie radikal!

Den Start der Diät aufzuschieben ist nur qualvoll, das Wasser wird auch nicht wärmer wenn man langsam hineingeht wie wenn man einfach hinein springt. Also, seien sie mutig, starten sie am gleichen Tag noch und entdecken sie mit uns die Freude am gesunden essen.

Am schlimmsten trifft es sicher diejenigen, die kaum Zeit haben zum kochen weil sie den ganzen Tag unterwegs sind. Mensa geht kaum, Auswärtsessen erschwert. Tips habe ich da leider nur wenige…

Geschwisterkinder

Unsere Zweitälteste hat eines Tages ganz empört am Tisch gesagt: Mami, ich will auch Zöliakie haben, dann kriege ich auch besonderes Essen! Unsere Mahlzeiten sind nicht schwarz/weiss. Pellkartoffeln existieren neben Brot, Rösti neben Pastetli, ebenfalls Rösti wenn es Gipfeli gibt zum Frühstück. Unsere Kinder kann man ganz verschieden glücklich machen. So geniessen es die meisten Kinder wenn sie bei uns statt den vertrauten Darvida Popcorn bekommen, etwas was in einem normalem Haushalt offenbar nicht so üblich ist. Bei ganz kleinen Kindern ist aber sinnvoll, wenn alle glutenfreie Snacks bekommen – Mein/Dein ist ja (zumindest bei meinen Kindern) nicht immer klar:-)

Unsere Kleinen verstehen noch gar nicht, dass sie die grosse Schwester nicht mit allem möglichen füttern dürfen. Auch dass ihre krümeligen Hände nichts zu suchen haben im Teller der besagten Schwester. Aber das kommt schon noch.

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