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Wie ich die alle Familienmitglieder


fait behandle, oder – wie kriege ich das logistisch hin, 4 verschiedene Teigwaren so auf den Tisch zu bringen dass alle erhalten was sie möchten.

und ich am Schluss immer noch weiss, welches die glutenfreie Sorte ist…

Oft, oder eigentlich meistens, essen wir alle glutenfrei, auch die Teigwaren. Doch manchmal ist es angebracht, Kompromisse zu schliessen, so auch heute.

Tochter Nr 1 : hat Zöliakie, braucht also die glutenfreien.

Tochter Nr 2 : mag nur eine der zwei Sorten

Tochter Nr 3 + 4: mögen am liebsten die nackten, ohne Inhalt und Sauce

Mutter: liebt ausgerechnet jene, welche von Tochter Nr 2 verschmäht werden. Haha, Glück gehabt…

Vater: isst alles, muss sich aber mit Tochter Nr 2 zusammentun, weil es von jenen am meisten hat.

Es gab also:

1x Fiori gefüllt mit Spinaci e ricotta – glutenfrei (Migros, AHA Sortiment)

2x Tortelloni ricotta e spinaci

1x Fiori al Limone

250gr gekochte Kravättli

für alle gab es noch Gurken und Reibkäse in rauen Mengen

Damit ich am Schluss noch wusste, welches welche waren legte ich mir die Verpackungen gleich neben die entsprechende Pfanne.

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kleines Einmaleins glutenfreier Pasta


Wer bis anhin mit normalen Teigwaren sein Leben versüsste wird am Anfang ratlos der neuen Materien gegenüber stehen. Deshalb hier ein paar Tipps und Tricks:-). Es gibt verschiedene Anbieter von glutenfreien Teigwaren/Pasta, die sich geschmacksmässig zum Teil stark voneinander unterscheiden. Einfach mal durchprobieren.

A) Zeit

Das A und O ist die Einhaltung der Zeitangabe auf der Packung. Klingt vielleicht ein bisschen banal. Man hat es ja so im Gefühl, wie die Teigwaren aussehen und schmecken wenn sie gar sind – also die bis anhin normalen Pasta. Die Glutenfreien sehen ja so anders aus, weisser oder gelber, je nach Sorte. Also, Packung lesen  lesen und Timer stellen.

B) genügend Wasser

Ist nicht bei allen Sorten wichtig, doch bei Spaghetti ganz wichtig! Nehmt also eine wirklich grosse Pfanne.

C) sauber arbeiten

Die Pfanne darf keine Rückstände von anderen, glutenhaltigen, Teigwaren haben. Ebenso das Abtropfsieb. Wir haben eines, das ich nur für die glutenfreien Teigwaren benutze, so kann ich sicher gehe dass es sauber ist. Manchmal kochen wir zwei verschiedene Sorten, damit keine Verwechslungen passieren lege ich die Gabel (dient zum rühren in der Pfanne, damit die Teiler nicht zusammen kleben) direkt neben die Pfanne! Und wenn ich mir nicht mehr sicher bin welche ich jetzt verwendet habe, sofort eine frische. Dem Geschirrspüler sei Dank muss ich ja nicht an Besteck sparen. Lieber einmal etwas vorsichtiger als später bereuen.

D) abspülen

mit heissem Wasser. Genau, mit heissem! Sonst werden die Teigwaren/Pasta gleich Gummi und fast ungeniessbar. Auch hier, zuerst die GF Pasta abspülen, oder zwei Siebe verwenden. Ansonsten passiert hier eine Kontamination. Ich habe so ein grünes Silikon Schlabberteil  das ich nur für GF Pasta verwende. Das lässt sich auf die meisten Pfannen aufsetzen und passt auf verschiedene Pfannengrössen.

E) Reste

verwerten ist schwer. Sie lassen sich noch einmal kurz aufwärmen indem man ein bisschen Wasser zugibt und sie damit aufkocht. Einfrieren oder braten geht nur auf Kosten bröseliger Pasta und starker Geschmacksverschlechterung.

en Guete!

wir machen mal auf Wild


Einmal im Jahr, im Winter, geniessen mein Mann und ich Wild. Dabei orientieren wir uns gerne an den Aktionen im Laden denn selber gekocht habe ich das noch nie. Spätzle, Maroni glasieren schon, nur Wild/Pfeffer bis jetzt nicht. Denn von uns 6 Nasen mögen nur wir zwei Wild essen, den Mädels riecht es etwas zu streng, oder vielleicht haben sie auch zu fest Mitleid mit den armen Rehen. Tatsache ist aber, dass wir in der Schweiz den Wildbestand regulieren müssen, die Tiere haben also ein freies Leben. Unserer Grossen aber wollte ich das mal ermöglichen, mit gutem Erfolg!

Gestern beim einkaufen sah ich jedoch, dass Rehschitzel im Angebot war. Die Gelegenheit mal auszuprobieren, ob ich mich vielleicht doch mal an ein selbst gekochtes Wildgericht wagen soll.

in meinem Rezept halte ich mich an Gelerntes aus meiner Ausbildung, sicher gibt es noch andere Arten Wild zu kochen. So habe ich es auch aufgeschrieben, dafür noch ein paar Bildchen gemacht. Wichtig ist eigentlich nur, dass das Fleisch eingelegt wird in Rotwein. Wieviel und welches Gemüse ist sekundär, es muss halt am Ende der Gesellschaft schmecken. Geholfen mit den Fotos hat mir heute meine jüngste Tochter, ihr merkt sicher welche Bilder sie geschossen hat:-)

Rezept:

  • Rehschnitzel, in meinem Fall etwa 200gr, feingeschnitten
  • 2 grosse Zwiebeln, gesteckt mit Lorbeer und Nelken
  • 2-3 Karrotten
  • Rotwein

Fleisch und Gemüse in eine Schüssel füllen und mit dem Wein übergiessen. Wer weniger Wein nehmen will nehme 3 Teile Wasser und ein Teil Essig, dazu soviel Rotwein wie gewünscht. Das Fleisch muss bedeckt sein, damit kein Sauerstoff rankommt und es so haltbar bleibt. Mindestens über Nacht stehen lassen. Ich lasse es meist draussen stehen, wer damit etwas Mühe hat kann es aber auch gerne in den Kühlschrank stellen.

Am nächsten Tag das Fleisch herausfischen und mit etwas Küchenpapier trocken tupfen. Scharf (heiss) anbraten, danach das Gemüse zugeben und am Schluss den Wein. Es ist dann also alles wieder zusammen in der Pfanne.

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Jetzt kann das in Ruhe vor sich hin köcheln, ich liess meine Platte auf 2 stehen und war sogar weg, im Spielzeugmuseum mit den Kleinen.

Nach unserer Rückkehr habe ich zuerst das Fleisch herausgefischt, Kartoffeln und noch ein paar Karotten geschält, zusammen mit einer Tomate alles kleingeschnitten und weich gekocht. Weshalb das Fleisch nicht? Weil es schon fast gar war und ich kein zähes Fleisch essen wollte.

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Sowie dann alles weich war pürierte ich das Gemüse, fügte noch Salz hinzu und liess das Fleisch noch kurz Mitschülern. Weil meine Familie sehr gerne Saucenrüebli hat habe ich die grossen Stücke nicht mitpüriert, sondern mit dem Fleisch herausgenommen. Wer möchte kann natürlich die Sauce mit Maizena binden und das Gemüse nicht pürieren, schmeckt auch gut.

Zum Schluss briet ich gekaufte Spätzle, schlitzte eine Tüte Rotkraut auf und erhitzte sie, und setzte alles auf den Tisch. Mit dem Auftrag an meine Älteste Fotos von ihrem Teller zu machen. Seit kurzem kann man im Migros glutenfreie Spätzle kaufen kann, für uns habe ich die normalen geholt.

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auf dem letzten Fotos sind normale Spätzle zu sehen, doch unsere Kleinste wollte, dass ich ihren Teller auch fotografiere…

Immer erreichbar?


Zugegeben, ich habe schon mehr Beiträge gepostet wie in der letzten Zeit. Das hat mehrere Gründe:

  • ich koche immer etwa dasselbe, und dessen Rezepte stehen schon hier…
  • mit meiner Älteste läuft es wirklich gut. Sie achtet auf ihr Essen, passt auf, liest und fragt nach und ist wenn sie nicht grad für Mathe und Französisch büffeln muss glücklich und zufrieden
  • mich beschäftigen grad andere Themen wie: nähen aus recycling Material oder wie bändige ich unser doppeltes Lottchen oder was um Himmels Willen koche ich meiner Meute zum Abendessen oder ich räume/male/putze in unserem schnuckeligen Haus…

Seit drei Wochen besucht unser doppeltes Lottchen den Kindergarten und mir eröffnet sich eine neue Welt. Ich geniesse es, in Ruhe mitten am Vormittag Kaffee zu trinken und mir eine extra Zeit mit Facebook und/oder Pinterest dabei zu gönnen. Ich geniesse es, das Haus ordentlicher zu gestalten und zu sehen wie es länger sauber bleibt wie bis anhin. Ich geniesse es, in aller Ruhe GANZALLEINE einkaufen zu gehen. Ich geniesse es, mal in Ruhe nähen zu können ohne ständig von der Nähmaschine weg zu rennen weil grad jemand fürchterlich schreit. Ich geniesse die Stille im Haus und ich habe es doch tatsächlich geschafft in 2 Cafés reinzusitzen die ich bis anhin nur von aussen kannte.

Leider hat auch mein Tag nur 24h und so bleibt trotz mehr Zeit immer noch vieles unerledigt.

Heute, nachdem ich in aller Ruhe einkaufen war, beide Menus für heute geplant und bereits besorgt habe klingelt das Telefon – meine Älteste:

„Mama? was machst du zum Mittagessen? … Weil, wir kommen ja heute und meine Freundin die mag kein Fleisch ….Nein, bitte kein Brot mit Käse und Schinken!…Könntest du nicht etwas kochen für uns, zum Beispiel diese Teigwaren mit Käsesauce? …ach, bitte, du hast doch jetzt Zeit! …. wir haben ja eine Lektion später aus, so hättest du doch Zeit und könntest uns etwas kochen nachdem die anderen (Ihre Schwestern!!!) schon gegessen haben?…Mama, bitte!…also ich verlasse mich drauf, okey?

Mama Hotel nennt sich dieses Phänomen, oder? Versprochen habe ich nichts am Telefon, mal sehen was noch passiert…

Ich bin eine Glucke


Heute war meine Älteste eingeladen – und ich habe zum ersten Mal nicht mit dem Gastgeber telefoniert. Das hat mich ganz schön Mut gekostet. Wie meine Tochter mir freudestrahlend von dieser Einladung erzählte mochte ich ihren Enthusiasmus nicht trüben. Doch mich beschlich ein mulmiges Gefühl. Was mache ich nun? Hinter ihrem Rücken wollte ich nicht anrufen. Meine Älteste versicherte mir, dass sie ihre Schulkollegin bereits informiert hätte und die Mutter würde Reis mit Currysauce kochen. Heute war es soweit und während ich Mittagessen für unsere anderen drei Töchter kochte hoffte ich fest, dass alles gut gehen würde.

Eigentlich doof solche Gedanken! Wenn unsere zweitälteste nach einer Einladung nach Hause kommt frage ich ja auch nicht nach was sie gegessen hatte bis zum letzten Detail. Ich bin glücklich, wenn andere Mütter sich um unsere Töchter bemühen, sie bei Geburtstagseinladungen bewirten, und sie gefüllt mit schönen Erlebnissen nach Hause kommen.

Heute aber verhielt es sich anders, sie verliess kurz nach sieben das Haus und kehrte erst kurz vor 18 Uhr nach Hause zurück. Also eine ganz schön lange Zeit! Doch es kam alles anders:

Mama, stell dir vor wir haben gebacken!

Nicht nur wurde sie wunderbar bekocht, gemeinsam buken sie auch noch Nussecken – glutenfreie. Mein Misstrauen, völlig unnötig und tut mir nun leid. Bin ich froh habe ich nicht angerufen, da hätte ich vermutlich mehr kaputt gemacht. Doch hinterher ist es soooo viel einfacher zu wissen was zu tun ist. In den nächsten 5 Jahren, bis sie volljährig ist, werden wir noch ganz viele solche Situationen erleben, und es bleibt eine Gratwanderung wann was sagen oder gar tun.

Ich wünsche mir eine Tochter die selbstbewusst mit ihrer Krankheit umgeht. Die selbständige und gute Entscheidungen über ihren Körper fällt und vor allem, die Freude am Leben UND am Essen hat.